
Mediation von Konflikten
als Türöffner für Wandel, Lernprozesse und Innovation
Konflikte gehören zum menschlichen Miteinander – doch angenehm sind sie selten. Viele Menschen weichen Konflikten aus, weil sie Unruhe, Frust oder Unsicherheit auslösen.
Auch ich kenne das Bedürfnis, mich lieber zurückzuziehen, anstatt einen Konflikt offen auszutragen. Doch Konflikte verschwinden nicht, nur weil man sie ausblendet. Wie ein Kind, das die Augen schliesst und hofft, damit unsichtbar zu werden, hoffen wir manchmal, schwierige Situationen würden sich von selbst auflösen.
In jeder Beziehung – privat oder beruflich – entstehen früher oder später Konflikte. Sie sind ein Zeichen von Entwicklung und Vertiefung. Und sie bieten eine Chance: Wenn wir bereit sind, hinzuschauen, können wir Klarheit, Verständnis und neue Stabilität gewinnen. Gleichzeitig sind Konflikte mit starken Gefühlen, Unsicherheiten und Belastungen verbunden. Sie stören den Alltag und können Beziehungen über längere Zeit beeinträchtigen. Konflikte sind weder angenehm noch vermeidbar – aber sie sind klärbar.
Mein Arbeitsinstrument in der Mediation ist die Klärungshilfe, ein bewährtes Mediationsverfahren, das dem Konflikt Raum gibt und allen Beteiligten eine Stimme verleiht. In einer Mediation unterstütze ich Sie dabei, Ihren Konflikt konstruktiv zu klären, Perspektiven zu verstehen und tragfähige Lösungen zu finden.
Ich verspreche Ihnen nicht, dass der Prozess immer angenehm ist – aber er wird ehrlicher. Und Ehrlichkeit ist die Grundlage für echte Veränderung.
Mediation bedeutet nicht, einen Konflikt „wegzumachen“, sondern ihn verständlich zu machen. Ziel ist es, die Beziehungsebene zu stärken, Klarheit und Transparenz zu schaffen und ein gegenseitiges Verständnis für Verhalten, Bedürfnisse und Grenzen aufzubauen.
Ich erlebe Mediation immer wieder als Prozess, der Beziehungen vertieft und Weiterentwicklung ermöglicht – persönlich, zwischenmenschlich und im Team.
Was ist Klärungshilfe?
Klärungshilfe ist eine eigenständige Mediationsmethode zur Klärung von Konflikten. Sie wurde von Christoph Thomann entwickelt und in Zusammenarbeit mit Friedemann Schulz von Thun weitergeführt. Die Methode basiert auf Ansätzen der humanistischen Psychologie und der systemischen Therapie.
Ziele der Klärungshilfe
Klärungshilfe unterstützt Menschen dabei,
- wieder sachlich und möglichst produktiv zusammenzuarbeiten
- Klarheit über die Situation zu gewinnen
- Beziehungen zu klären und die Kommunikation zu verbessern
- Lösungen zu entwickeln, die im Alltag tatsächlich funktionieren
Sie wirkt nachhaltig, weil die Beteiligten lernen,
- wieder direkt miteinander zu sprechen – und nicht übereinander
- eigenständig und gemeinsam Lösungen zu entwickeln
Wie unterscheidet sich Klärungshilfe von anderen Mediationsverfahren?
Keine Einzelvorgespräche
Ein ausführliches Vorgespräch führe ich ausschliesslich mit der beteiligten Führungskraft. Mit den Konfliktparteien finden im Vorfeld keine Einzelgespräche statt. So kann ich der ersten Schilderung der Situation möglichst unvoreingenommen begegnen – und zwar in Anwesenheit aller Beteiligten.
Keine Freiwilligkeit erforderlich
Für die Klärungshilfe genügt es, wenn die zuständige Führungskraft eine Konfliktklärung wünscht. Die Mitarbeitenden stellen sich dem Gespräch auch dann, wenn sie zunächst wenig Motivation zeigen. Diese Unwilligkeit ist nachvollziehbar und wird von mir als wichtige Dynamik im System respektiert und aufgegriffen.
Fokus auf Gefühle
In der Klärungshilfe erhalten schwierige Gefühle wie Wut, Ärger, Hilflosigkeit oder Ohnmacht besondere Aufmerksamkeit. Auch daraus entstehende Haltungen wie Rückzug, Kälte oder Geringschätzung werden nicht ausgeklammert. Ich bewerte oder sanktioniere diese nicht, sondern thematisiere sie bewusst, um sie durch Verstehen und Vertiefen schrittweise zu deeskalieren.
Keine Gesprächsregeln
Um möglichst direkt mit den Gefühlen der Beteiligten in Kontakt zu kommen, verzichte ich bewusst auf vorab vereinbarte Gesprächsregeln oder Formulierungsvorgaben. Dadurch entsteht ein authentischer Dialog, der echte Klärung ermöglicht.
Die Prozessschritte der Klärungshilfe

1. Anfangsphase
Alle am Konflikt beteiligten Parteien kommen zusammen und klären in einem ersten Schritt, welche Einstellung sie der Konfliktklärung gegenüber haben.
2. Selbstklärung
Alle Teilnehmer haben nun die Möglichkeit, in Ruhe ihre Sicht der Dinge darzustellen.
3. Dialogphase
Der Dialog ist das „Herzstück der Klärung“. Es handelt sich um einen verlangsamten Streitdialog zwischen den jeweiligen Konfliktparteien. Ziel ist es, durch eine Auseinandersetzung zusammen zu finden.
4. Erklärungs- und Lösungsphase
In dieser Phase werden zusammen Lösungen entwickelt. Ist die Klärung gelungen, ist dies meist erstaunlich einfach und unkompliziert.
5. Abschlussphase
In dieser Phase wird noch einmal kurz Rückschau auf den Klärungsprozess gehalten.
6. Nachsorge
Sie findet in der Regel zwei bis sechs Monate nach dem Klärungsgespräch statt und soll helfen, die gefundenen Lösungen nachhaltig umzusetzen.
Mediation und Konfliktklärung biete ich in Aarau, der Region Aargau sowie Zürich an. Kontaktieren Sie mich!
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